Sommernachtsromanze (by Mr.Ritz)

Es gibt verschiedene Wege sich seine Inspiration zu holen. Entweder sind es Ereignisse, Gemälde, Worte oder Menschen.

Ein wirklich schöner Nebeneffekt in der Kunst ist, dass sie an die Leute kommt und auch dort bleiben kann. Wenn die Menschen sich durch deine Kunst inspiriert fühlen und sie sich damit identifizieren können, dann hast du genau das geschafft was eine andere Person bei dir geschafft hat.

Nur sind oft die Wege wie man hinkommt unerklärlich.

Sommer

Der Sommer ist für mich eine der schönsten Jahreszeiten.

Ich genieß immer diese schwülen Sommerabende, wo die Menschen eigentlich sehr entspannt wirken und du genauso entspannt durch die Stadt spazieren kannst. Wenn man Glück hat, erwischt man Abende wo der Himmel plötzlich Pur-Pur wird. Das macht alles 1000mal schöner!

Seit einem halben Jahr bin ich wieder intensiv am Klavierspielen. Und natürlich ist es mir zu wenig, Lieder einfach rauf- und runter zu spielen – ich möchte kreieren.

Wenn man Musik hört und bewusst zuhört, dann merkt man oft, dass viele Lieder total simpel aufgebaut sind. Trotzdem bringen sie eine starke Message rüber und du hast einen Ohrwurm. Deshalb stellte sich für mich die Frage:

Wie erschaffe ich einen simplen aber starken Song?

Diese Frage hat mir jedes mal Kopfzerbrechen bereitet.

Eines der Hauptprobleme für mich war, dass ich IMMER dazu neigte, die selbe Melodie zu spielen. Kennt ihr das?

Ihr probiert und versucht und trotzdem kommt immer das Gleiche raus. Irgendwann hat man dann keine Lust mehr drauf. Wichtig zu wissen wäre noch, dass ich seit drei Jahren daran arbeite. Und endlich ist es mir gelungen, diese kreative Barriere zu durchbrechen.

Durch meine Muse.

Muse: Traditionell bewährter gelber Engel bei Gedanken-Stau.
(Karl-Heinz Karius *1935)

Ich hab das ja immer bisschen komisch gefunden, wenn Künstler von ihren Musen gesprochen haben.

Theoretisch kann ja jeder Mensch eine Inspiration sein, oder nicht?

Aber bei dieser Frau hat es mich wirklich umgehauen. Man muss natürlich sagen, dass ich sie eigentlich schon jahrelang kenne und dass sie immer zu einer bestimmten Jahreszeit auftaucht und wir dann engen Kontakt haben. Ich weiß, es klingt strange xD aber es ist so. Dieses Jahr war es aber anders.

Kennt ihr das, wenn ihr einen Menschen total schön findet und voll beginnt zu schwärmen? Genau, so war es NICHT xD

Ich meine, sie ist ein wirklich wunderschöner Mensch, habe selten so eine Natürlichkeit erleben dürfen. Aber darum ging es nicht wirklich, sondern eher um die Kleinigkeiten die ein Mensch haben kann, wie zB ein kleines Muttermal im Gesicht oder eine kleine Narbe auf der Hand. Sie hatte zwar kein Muttermal und auch keine Narbe, aber einen Duft der mich immer an etwas Schönes erinnerte und ihre sanfte Art die mich wahnsinnig machten.

Wenn man diese Faktoren mit lauen Sommerabenden und tiefsinnigen Gesprächen verbindet, dann sprudelt die Kreativität nur so über.

Glaubt mir. Und dann wünscht man sich mehr von solchen Momenten.

Es vergehen Stunden und am Ende des Tages ist man so inspiriert und so glücklich, dass man diese Emotionen sofort umsetzen möchte.

Ich habe jeden Tag Klavier gespielt und anhand meiner Neugier auf Jazz, habe ich mir auch die Piano-Scales angeschaut und recherchiert. Und anhand ihrer Fotos habe ich mich immer mehr nach vorne arbeiten können. Das Bild vom Pur-Pur-Himmel und der untergehenden Sonne haben mir die Grundstimmung im Lied gebracht, die Melodie jedoch ist eben durch ihren Duft und ihrem Kinn entstanden xD

Ich weiß das klingt jetzt voll komisch, aber es war wirklich so. Die Form ihres Kinns von der Seite hat mir die Melodie beschert und wenn man ihren Blick dabei noch miteinbezieht, dann wars das 😀 Außerdem hat sie mich immer an Frankreich erinnert.

L´Idylle d´une nuit d´ete
Sommernachtsromanze

Ich habe es geschafft. Ich habe mein erstes Klavierstück erschaffen (Danke an Doro für die perfekte Übersetzung des Titels ins Französische!).

Es ist ein positives und hoffnungsloses Lied und geht nicht (wie eigentlich meistens) von einer schlechten Erfahrung (wie zB einer Trennung) aus, sondern durch die Ästhetik einer Frau und die Ästhetik der Natur. Es ist ein einfaches Lied, ohne viel drumherum, aber für mich das Ergebnis von einem sehr persönlichen und emotionalen Kreativ-Prozess.

Ich habe es schon ein paar Leuten vorgespielt und bin glücklich darüber, dass es so rübergekommen ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Es soll euch zum Nachdenken bringen, aber auch zwei Minuten um über genau diese Sommer-Momente zu reflektieren. Es soll euch entspannen und euch daran erinnern, dass das Schöne überall sein kann. Auch in euch. Überlegt mal wo IHR solche Momente habt?

Und wo immer meine Muse jetzt auch sein mag, ich hoffe dass sie dieses Lied auch mal hören wird. Ansonsten bin ich ihr unendlich dankbar.

Hier gehts zum Lied -> L´idylle d´une nuit d´ete / Sommernachtsromanze (by Mr.Ritz)

 

 

Puzzle der Realisation (by Mr.Ritz)

Es ist der fünfte Anlauf, wo ich versuche einen Blogbeitrag hinzukriegen. Vielleicht funktioniert es heute. Ihr müsst euch das so vorstellen, dass ich eigentlich voll im Schreib-Flow bin und plötzlich dieses Gefühl von „Na. Ist Müll“ da ist. Das kann echt an den Nerven zerren. Vielleicht liegt es einfach an einer gewünschten Struktur, so wie ich es mir vorstelle.

Leider ist es genau das – mein Kopf ist noch nicht im Struktur-Modus. Muss auch nicht immer sein 😉

In den nächsten Monaten kommen recht viele Dinge auf mich zu (eigentlich auch bei meiner Familie und bei meinen Freunden). Ob es jetzt beruflich ist oder kreativ. Der Herbst wird wieder eine wirklich spannende Zeit, so dass ich zu Weihnachten wieder mit funkelnden Augen sagen kann, wie toll das Jahr doch gewesen ist 😀 Vom Gefühl her wird es so sein. Aber auch ein Herbst voller Hürden, die dich an deine Grenzen bringen. Ich mach mir aber keine Sorgen. Wir sind auf dem richtigen Weg!

Eines ist aber sicher: die Kunst wird im Vordergrund stehen!

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr schon immer Visionen hattet? Ihr wolltet irgendwann mal etwas Eigenes gründen oder ihr hattet immer eine bestimmte Tendenz zu ner Richtung?

Ich kann mich noch erinnern wie ich vor vier Jahren meinen Leuten erzählt habe, dass ich vor allem Männer forcieren möchte und ihnen Gentlemen-Kurse geben möchte. Eine Person hat mir eiskalt ins Gesicht gesagt: „Das wird nicht passieren!“ Und ich frag sie halt wieso, worauf sie nur mit „Ich kanns mir einfach nicht vorstellen!“ geantwortet hat.

BABOOM, im Herbst beginne ich genau mit so einem Kurs. Das war wieder mal ein Beweis dafür, dass man sich nie unterkriegen lassen soll und einfach weiter machen muss, egal was die Leute darüber denken. Ist eh, aufgrund von fehlender und konstruktiver Begründung, fast nur Bullshit was sie sagen.

Genauso mit der Musik. Wenn du als 5-jähriger von deiner Mama gezwungen wirst (dafür bin ich ihr wirklich dankbar) Klavier zu lernen und du das aber in deinen 20er Jahren nie wirklich ausgelebt hast und erst in diesem Jahr draufkommst dass das dein Ding IST – dann ist es so. Und diese Bestimmung habe ich angenommen und werde das Beste draus machen.

Die Kunst wird heuer einen sehr hohen Stellenwert bei mir haben. Durch die Kunst begeben wir uns in einem ständigen Prozess, der dich in eine bestimmte Tiefe aber gleichzeitig auch Weite bringen kann. Und dieser Prozess hat eigentlich schon längst begonnen. Ich werde mich bewusst drauf einlassen, komme was wolle!

Die Puzzle-Teile wurden mir diesen Sommer alle geliefert. Jetzt werde ich sie nur noch zusammen tun und schauen welches Bild es darstellt. Einfach wird es nicht, denn die großen Puzzle-Teile sind eigene Puzzles. Aber sie sind da.

Ja. Es sind Events, aber auch Menschen die es ermöglicht haben. Die Woche in Norwegen war spirituell sehr prägend und bestätigend für mich und meine Muse die einfach jedes Jahr auftaucht, erinnert mich ständig daran zwischen den Zeilen zu lesen und dass auch die kleinen Dinge im Leben faszinierend sein können. Weniger weg vom ganzen Erscheinungsbild, mehr zu Grübbchen und schönen Fingerspitzen 😉 Und ein Satz den ich von Mark Ronson schon seit einem halben Jahr im Kopf habe und den ihr auch hin und wieder laut sagen müsst ist..

I CANT LOSE! – Früher oder später gewinnt man immer!

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Wie schauts bei euch aus? Hattet ihr in letzter Zeit irgendwelche Realisationen? Wenn ja, was waren das für welche? Wo steht ihr gerade? 🙂

 

Blue-Berry-Cheese-Cake (by Mr.Ritz)

​Es ist Juli

Bin grade am Hamburger Flughafen (wow, ein BigMac wärs jetzt *_*) und während ich auf meinen Anschlussflug warte habe ich mir gedacht, dass ich hier paar Gedanken niederschreibe. 

Vielleicht ist euch auch aufgefallen (glaub aber eher nicht :p ), dass der Charming-Brunch irgendwie nicht mehr weiterging. Sorry! Der Juni war gesteckt voll und ich hatte wirklich keine Zeit dafür. Außerdem wär es schade gewesen wenn ich nicht mit Herz bei der Sache dabei gewesen wäre. A la „Hauptsache es gibt einen Brunch“. 
Deshalb wird sich das auf August verschieben, darauf freu ich mich schon. 
Der Juli ist bei mir heuer der Monat, wo eigentlich die meisten Dinge passieren. Paar Tage in Deutschland und dann gleich eine ganze Woche in Oslo wo ich mit einer Band proben und spielen werde. 

Um ehrlich zu sein hätte ich sehr gerne noch eine weitere Woche frei gehabt. Es geht halt alles recht zackig und chillen kannst du auch nicht wirklich, außer du hast drei Mal die Woche Blue-Berry-Cheese-Cake am Speiseplan. Sowas füllt eben den Magen und erhellt das Herz. Irgendwie hab ich die Leidenschaft dafür entdeckt 😉 
Ich bin schon sehr gespannt was auf mich zukommen wird. Es ist etwas ganz Neues. Im Endeffekt soll man es einfach tun und das annehmen was halt kommt. Manchmal denkt man doch zuviel nach. Die Momente zusammen zu genießen, miteinander über Gott und die Welt reden oder einfach nur die Zeit laufen zu lassen. Mir kommt vor, dass es fast immer im Sommer stattfindet oder frühestens nach der Jahresaufführung unserer SchülerInnen. 
Der Sommer hat schon ihre Eigenheit. Vor allem weil ich da zu meinem Geburtstag immer eine Art Jahresresümee ziehen kann. Erst wundert man sich wieso das Jahr immer so schnell vergeht, bis man drauf kommt dass man seinen letzten Geburtstag ja erst vor Weihnachten gefeiert hat xD 

Ich frag mich auch ob es gut ist, wenn alles so schnell vergeht oder nicht. 
In den letzten Wochen verging die Zeit immer so schnell, so dass man froh war noch paar weitere Events zu haben um die Leute wiedersehen zu können.
Man vergisst die Menschen nicht so leicht und kann sich schwer trennen. Jedoch weiss man auch, dass man sie wieder sehen wird. Und ich glaube dass ich mir bei meiner Rückkehr gleich einen Blue-Berry-Cheese-Cake gönnen werde. 
Er schmeckt ja bekanntlicherweise am Besten und den gibts nur in Wien 😉

Merci für alles – Tribut an meine SchülerInnen (by Mr.Ritz)

Als Beitragsbild seht ihr die unverkäuflichste und wertvollste „merci“-Packung auf der Welt. Genau solche Dinge muss man aufheben, damit sie dich immer an diese Zeiten erinnern können.

Was war das für ein Jahr?

Jedes TRIPLE G Jahr endet nie gleich. Einmal hat man von allen die Schnauze voll  und möchte nur in die Ferien oder möchte die Menschen um sich, nicht mehr loslassen. Heuer ist es eher das „nicht loslassen wollen“. Vor allem war es für mich bisschen schwieriger, weil ich vier Klassen hatte und mich sozusagen viermal verabschieden musste. Total schräg mit paar Tränchen.

Aber so emotional wie gestern war es bei mir NOCH NIE.

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr einfach nur Stolz seid? Ihr steht im Circle, die SchülerInnen hören euch zu und ihr macht eure letzte Abschlussrede?

Du versuchst mit lauter Stimme dein Schluchzen zu übertönen oder machst große Bewegungen mit den Armen, damit man deine glasigen Augen ja nicht erkennt? xD

Das ist der Moment des Stolzes. JedeR SchülerIn hat ihre/seine eigene Geschichte, jedeR hat dazu beigetragen, dass alles funktioniert.

Aber das Allerwichtigste: die Visionen wurden durch sie zu Realität. Meine Kreativität und Meine Ideen wurden lebendig. Und sie haben dafür gesorgt!

Tränen

Ich habe es schon oft erzählt und sage es nochmal: Ich habe noch nie während einer Aufführung unserer SchülerInnen geweint. Noch nie. Und dieses Jahr war es soweit.

Ein wirklich krasses Gefühl. Genau wie gestern. Ich habe noch nie erlebt, dass während eines netten Beisammenseins geweint wurde 🙂 Es war wirklich schön.

Emotionen zu zeigen, ist oft nicht so einfach, aber wenn man gerade die richtigen Leute um sich hat und dir der Raum gegeben wird, dann ist es total okay. Das eine oder andere Menschlein, wird jetzt wahrscheinlich daheim sein und die eine oder andere Träne vergießen.

Völlig in Ordnung.

Lasst sie raus, die Emotionen! Besser als sie ständig unterdrücken zu müssen. Und auch ein mehrfaches Umarmen und Verabschieden sollte drinnen sein.

Sowas habe ich wirklich noch nie erlebt. Ihr seid wirklich tolle Menschen!

(Die Woche ist noch nicht vorbei, es wird also noch mindestens zwei Verabschiedungen geben xD)

Vielen Dank!

Wie oft habe ich das schon gesagt? 

Keine Ahnung 🙂 Aber ich bedanke mich wirklich vom ganzen Herzen dafür, dass ich so viele Dinge von euch sehen und lernen durfte. Ihr habt mich so oft inspiriert und mich an so viele Dinge erinnert, die total wichtig sind. Ich danke euch, dass ich meinen Alltag und meinen Lifestyle viel spannender gestalten kann. Durch euch habe ich genug Beispiele dafür, dass der Weg stimmt. All das, ist ein unglaubliches Phänomen, das ich oft nicht verstehe, obwohl es auf der Hand liegt.

Unterschätzt euch nicht, denn jede Person trägt einen Teil zum Ganzen bei. Bleibt dran, seid neugierig, riskiert auch mal Dinge, tut es einfach. Lebt und liebt!

Und vor allem, bleibt euch selber treu! Denn ihr alle habt es total drauf!

Manche von euch werde ich wahrscheinlich hin und wieder noch sehen, den Anderen wünsch ich einen tollen Sommer! Ich hoffe dass ich euch alle im Herbst wieder habe, ob in meinen Classes oder nicht. Egal. Hauptsache ihr bleibt bei uns und bleibt Teil unserer Lebensphilosophie, nämlich: Love, Peace, Unity & Having Fun! 

merci!

 

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Showtime17 – Lasst den Hype wirken ( by Mr. Ritz)

Alle Jahre wieder haben wir unsere Jahresaufführung.

Jedes Jahr bekommen wir Thrill, Vorfreude, Nervosität und Hoffnung (dass alles klappt) auf unsere Teller serviert. Man muss jedoch bedenken, dass die „Showtime-Phase“ nicht erst am Tag direkt beginnt und endet, sondern schon vier Monate zuvor. Schon zu Beginn des Semesters stellen wir uns TrainerInnen der Herausforderung, das Bestmöglichste aus unseren SchülerInnen herauszuholen. Denn wir dürfen nicht vergessen..

Die Showtime17 ist für die SchülerInnen und nicht für uns Trainerteam

Wenn man sich beispielsweise die Bereiche ansieht die besetzt worden sind. Klar war immer mindestens eine Person aus unserem Kern-Team drinnen, aber die Überzahl lag bei den SchülerInnen.

Genauso meine Kolleginnen Backstage die dafür gesorgt haben, dass die SchülerInnen die Orientierung und die Nerven nicht verlieren oder die Moderatorin die einen roten Faden durch die Show gezogen hat, damit sich alle auskennen. Die Kamera-Leute die versucht haben die besten Momente zu erwischen, damit man nachher ein Bild für die Ewigkeit hat.

Und zu guter Letzt: für die SchülerInnen selbst. Bei 15 Klassen, ist es etwas Besonderes zu wissen, dass man nicht die einzige Klasse ist und dass Andere auch aufgeregt sind. Aber am Ende hat man es dann doch GEMEINSAM geschafft.

Die Showtime ist für mich…

Der Hype mit starken Nachwirkungen

Als Organisator kann ich sehen wie das Team funktioniert. Es ist ein richtig guter Gradmesser. Wie kommuniziert man vor, während und nach der Show? Wo kann man optimieren? Was ist super und kann so bleiben? Wie habe ich mich gefühlt? Wie habe ich gearbeitet? Wie komme ich mit dem Stress zurecht? Wo muss ich mal riskieren? Wie kann ich herausfinden ob etwas funktioniert oder nicht?

Als Trainer kann ich meine SchülerInnen auf der Bühne sehen. Ich kann beobachten wie sie als Gruppe vor dem Auftritt funktioniert. Was ist das Ziel? Wer tut sich leicht? Wer tut sich schwer? Was nehmen die Leute mit? Wollen sie überhaupt einen Auftritt oder wollen sie mehr? Welche Talente gibt es noch zu entdecken?

Und was ich so schön finde ist, dass die meisten SchülerInnen gar nicht wissen wie gut sie auf der Bühne waren. In den meisten Fällen ist es entweder Bescheidenheit (was ich an den Leuten einfach liebe) oder totale Selbstunterschätzung (was ich manchmal nicht verstehe xD).

Wenn man sich dann die Videos nochmal ansieht, dann waren die dramatischen Momente a la „Ich werd fix einen Fehler machen“, irgendwie nicht mehr relevant, wo ich auch zum nächsten und wichtigsten Punkt komme.

Erfahrung

Erfahrung lässt uns wachsen (wenn man möchte). Erfahrung lässt uns herausfinden ob Einem etwas liegt oder nicht. Erfahrung ist Auseinandersetzung mit seinem Selbst. Hier geht es wirklich nur um dich, weil du es erlebst. Und wenn man einen bestimmten Move in den Proben jedes Mal perfekt gemacht hat und auf der Bühne es dann nicht mehr so easy hinbekommt, dann ist es halt so. Wenn man nie übt und nie da ist und auf der Bühne keinen Plan hat, dann liegt es nicht an der Gruppe oder an den TrainerInnen – selbst Schuld! Wenn man seine schlechte Laune vor Aufgang zur Bühne der ganzen Welt teilen möchte, den anderen Leuten das aber überhaupt nicht interessiert, weil es gerade nicht passt, dann musst du halt nachher sauer sein. Wenn man als Gruppe nochmal alles durchgeht und man sich dann gegenseitig selbst verwirrt, dann muss man sich überlegen wie man die Ordnung wiederherstellt.

Und das ist es, was ich mit der Wirkung meine.

Welche Auswirkungen haben diese zwischenmenschlichen Erlebnisse?

Was lernt man von so einem Tag? Was entsteht? Was passiert bei mir so? Inwieweit hat es überhaupt Auswirkungen auf mich gehabt?

Ich weiß 100%-ig, dass diese Shows mit jedem Jahr mein Trainer-Team immer mehr zusammengeschweißt hat. Unsere Einstellung hat ein ganz anderes Niveau, im Vergleich zu den Jahren davor, die schon recht klar ist und wir dadurch auch eine richtige Einheit geworden sind. Menschlich und pädagogisch.

Und genauso weiß ich, dass bei unseren SchülerInnen etwas geweckt worden ist. Bei manchen ist es die Motivation noch mehr tun zu wollen oder das Richtige gefunden zu haben. Für andere SchülerInnen war es dann doch (noch) nicht das Richtige oder vielleicht ein Augenöffner für etwas Anderes. Vielleicht hat man ja irgendetwas in den Shows entdeckt, was man näher kennenlernen möchte.

Man kann es ja eh nie jeden Recht machen 😉 Da müssen wir ehrlich sein und es ist auch total okay.

Aber eine Sache hatten wir gemein:

Wir waren für fünf Minuten im JETZT.

Und das Jetzt sollte immer Anlass dazu geben, zu leben. Wir kennen es ja, wenn man wirklich STÄNDIG einen Bildschirm vor seiner Nase hat. Wie man bemerkt hat, konnte man nur einen dunklen Saal sehen. Die Scheinwerfer waren auf euch gerichtet, die Musik spielte für euch und alles was ihr hattet war das Ergebnis der harten Arbeit die ihr in den letzten Monaten verrichtet habt. Und der Applaus galt EUCH! Den habt ihr euch aber so richtig verdient!

Darauf sind wir TrainerInnen sehr sehr stolz.

Dass wir es geschafft haben gemeinsam mit EUCH, euer JETZT auf die Bühne zu bringen.

Das war die Showtime 2017.

Das ist erst der Anfang! (by KCM BackBone)

Das ist erst der Anfang!
oder: Warum die wenigsten KünstlerIn bleiben.

Es ist schön, mit der geliebten Kunst erfolgreich zu sein. Es gibt einem Lebensfreude und lässt einem förmlich fliegen. Doch irgendwann kommt man an einem Punkt im Künstler-Leben, in dem man zwar den Ruhm genießt, sich aber hilflos fühlt aufgrund von Kreativitätsblockaden, Sorgen, Misserfolg, Probleme, Leid, Schmerzen, vielleicht sogar noch von Schulden. Wie kann man damit umgehen? Hier sind einige Gedankenansätze, die helfen können.

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Iron Sharpens Iron (by Mr.Ritz)

Als Tanzlehrer ist man es gewohnt fast nur Frauen in seinen Kursen zu haben. Das liegt aber nicht an mir 😉 Es ist einfach dieses Phänomen wo Frauen im Gegensatz zu den lieben Männern  lieber in Kurse gehen (vor allem in Tanz- und Fitnessbereich). Das finde ich bisschen schade, aber da muss man halt das Beste draus machen.

Jammern ist Zeitverschwendung. Da es aber glücklicherweise ein paar männliche Schüler gibt, kann man trotzdem weiterarbeiten.

Ich habe gemerkt und für mich persönlich ist es auch so, dass man

… als Mann immer eine Art Zugehörigkeit sucht.

Man hat seine Brüder, seine besten Kumpels oder seine Männerrunde, seine Schüler, seine Crew oder sein Sportteam. So fühlt man sich stärker. Nur zur Info, die meisten männlichen Schüler sind bei mir über 20 xD Ich glaub die Teenies bei uns haben mit der Pubertät genug zu tun 😀

Ich habe ja schon vom Charming-Brunch #1 berichtet, wo ich eben mit den Schülern brunchen gegangen bin, die meinen Gentlemen-Workshop  besucht haben.

Und seitdem hat sich einiges getan. Es entstand eben dieses Zugehörigkeitsgefühl, das oft gefehlt hat. Man geht gemeinsam fort, man besucht gemeinsam die selben Workshops und man bleibt danach sogar auf ein Bier und redet über Geschichten die uns permanent beschäftigen: wie zB die 3 großen L´s. Ladies, Liebe, Leben.

Und ja, wir Männer können auch darüber reden, aber bissl anders als die Frauen. Logischerweise! 😛

Und das ist total wichtig.

Das gegenseitige Motivieren und Bestärken. Wo hat man sonst die Möglichkeit seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, ohne gleich verurteilt zu werden. Und ist es nicht Teil des Erwachsenwerdens bzw. Mannwerdens wenn man sich auch mal ausheulen kann? Wenn es eh schon schwer genug ist sich, vor allem vor einer Frau, zu öffnen? Wie will man sonst lernen wie man aufeinander schaut? Wie möchte man irgendwann eine Familie gründen und führen wenn man vor seinen Ängsten wegrennt?

Kann man als Mann nicht erst wachsen wenn man seine eigene Linie überschreitet? Die eigene Komfortzone?

Wenn man sich das so überlegt, dann bekommt der Satz „Ich brauche eine starke Schulter zum anlehnen“ den man von Frauen oft hört, eine ganz neue Bedeutung, oder?

Iron Sharpens Iron (proverbs/Sprüche 27:17)

Dieser Bibelvers ist einer meiner Lieblingsverse. Denn Eisen schärft Eisen, so wie eine Person eine andere Person schärft. Jeder hat seine Qualitäten und Stärken, wieso nicht an andere Menschen weitergeben? Profitiert man da nicht gegenseitig voneinander?

Damit das passieren kann, muss man glaub ich mal offen dafür sein. Man muss bereit sein sich so zu akzeptieren wie man ist. Zu akzeptieren dass man nicht Superman ist, sondern einfach Mensch. Mal sich „nix scheissn“ xD Glaub so kann erst das Iron-Sharpens-Iron-Ding überhaupt funktionieren.

Denn anhand meiner Kumpels hab ich gesehen, dass es funktioniert. Es herrscht eine Loyalität untereinander, es ist der Support da und wir sind ein sehr starkes Team. Zusammen ist man einfach stärker und natürlich schneller. Man pusht sich gegenseitig! Es ist der bewusste Wille etwas bewegen zu wollen und sich einfach wohl zu fühlen.

Denn Eisen schärft sich bekanntlich nicht von selbst.

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© Brion Lance Caguiat